Freitag, 16. August 2013

Von Drezdenko nach Pila

Nach einer erholsamen Nacht in Drezdenko ging ich zum Frühstücksbuffet. Es sah ganz appetitlich aus. Bei der Getränkeauswahl hatte ich ein Problem: aus einer Kanne kam Milch, aus einer anderen heißes Wasser, Teebeutel waren auch da. Ich fragte die Kellnerin nach Kaffee und sie zeigte mir ein graues Granulat - Instantkaffee!
Mein Gaumen sagte "kein Kaffee! " aber mein Verdauungstrakt akzeptierte die Brühe. Damit konnte die heutige Tour bei bestem Radelwetter beginnen.


In Krzyz, vielleicht mit dem früheren deutschen Namen Kreuz besser auszusprechen, deckte ich mich im Supermarkt mit Wasser und Süßkram ein. Gerade wollte ich die Stadt verlassen, da fiel mir ein, dass Evi heute einen runden Geburtstag hat. Was tun? Glücklicherweise konnte ich den Besitzer eines Tapetenladens überreden, seinem Geschäft aus diesem Anlass einen Namen zu geben (siehe Foto).
Soviel ich weiß, ist sie im Urlaub, aber sie wird es schon noch erfahren.
Kurze Zeit später begegnete ich auf der Landstraße dem ersten echten Fernradler. Wir haben uns schon von Weitem angegrinst und dann überschwänglich gegrüßt. Leider scheint diese Route nicht zur Aufnahme von Kontakten geeignet zu sein, auch wenn mir später noch einmal zwei Reiseradler entgegen kamen.


Unterwegs sieht man am Rand der Dörfer häufig zweigeschossige Plattenbauten wie auf dem Foto, die sich wie Fremdkörper ausnehmen, aber noch bewohnt sind.
Heute musste ich wieder feststellen, dass Polen noch lange kein fahrrad- freundliches Land ist. Wie die Autofahrer ihr Terrain verteidigen, habe ich ja schon geschrieben, aber selbst vorhandene Radwege haben an den Übergängen zu Nebenstraßen extrem hohe Bordsteine. Man merkt einfach, dass sich niemand damit auskennt.
Ein Radweg endete abrupt am Friedhof!? Immerhin konnte ich da sehen, dass die Floristen gute Umsätze machen.


Das geplante Ziel der heutigen Etappe habe ich schon ziemlich zeitig erreicht, ich fühlte mich noch frisch und wäre gern noch ein paar Kilometer gefahren, aber ein Blick auf die Karte hat mir gezeigt, dass es im Weiteren schlechte Aussichten auf ein Nachtquartier geben würde. Wenigstens habe ich beim Herumfahren in Pila das merkwürdige Flugzeugdenkmal aus vergangenen Zeiten entdeckt.


Es sind heute 99 km geworden (wenn ich rechtzeitig nachgeschaut hätte, wäre ich natürlich noch eine Runde um den Block gefahren).
Den unverhofften Zeitgewinn habe ich für die erste große Wäsche genutzt.
Falls ihr euch nicht an die Prozedur aus dem vergangenen Jahr erinnern könnt: erst duschen, dann Wäsche waschen, Wäsche ins Duschhandtuch der Länge nach einlegen und kräftig auswringen.



3 Kommentare:

  1. Hi Survival-Kid!
    Wenn Du Dich jetzt schon über eigenartige Denkmäler wunderst, dann freu Dich auf Litauen! Gote

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  2. Denkmaltipp: Falls Du schneller in Klaipeda bist - ein Abstecher nach Siauliai zum Berg der Kreuze ist empfehlenswert. Dort hatte der Widerstand gegen die Sowjetmacht eigenartige Gestalt angenommen. Ist aber noch ein ganzes Stück ...
    Gote

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