Dienstag, 27. August 2013

Am Ziel?

Die Zeitumstellung habe ich scheinbar verkraftet.  Ich wache morgens in meiner Rümpelbude namens Hotel Jurbarkas auf.
DasTreffen mit Brian fällt mir gleich wieder ein.
Ganz klar, der Reiz solcher Reisen besteht im wesentlichen aus drei Komponenten:

- ein Land kennen zu lernen,

- mit Leuten aus anderen Ländern in Kontakt zu kommen

und mal für eine begrenzte Zeit auf sich allein gestellt zu sein.

Zunächst mißtraue ich der gestern mit der Deschurnaja verabredeten Frühstückszeit. Irrtum, kurz nach halb Acht klopft es und sie bringt mir ein Tablett mit Würstchen, Eiern, Brot ohne Kümmel und anderen Köstlichkeiten. Natürlich esse ich alles auf, ich werde jede Kalorie brauchen.
Bisher war ein Gespräch mit der Dame sehr schwierig,  da sie kein Englisch kann. Da fällt mir ein, dass russisch vielleicht eine Basis wäre - Treffer. Leider muss ich schnell feststellen, dass der Russischunterricht wohl nichts gebracht hat, die Verständigung bleibt holprig. Egal, sie nimmt mein Geld und gibt mir mein Rad. Meine Taschen sind schon gepackt und so kann es bald losgehen.

Der Wettergott meint es gut mit mir und schnell ist klar,  dass das heute ein langer Kanten wird. Bereits um dreiviertel Zwölf (viertel vor Zwölf) habe ich mein ursprünglich geplantes Ziel Pagegia erreicht.

Schnell ein kleiner Wasser/Wurst/Brot-Imbiss und weiter geht's.
Zwar handelt es sich um eine Fernverkehrsstraße, aber der Verkehr ist mäßig und die Straße ist gut.

In den Ortschaften gibt es viele hässliche Mehrfamilienhäuser,  manchmal wurden die Fernwärmeleitungen einfach davor auf der Straße verlegt. 

Auch die bei uns früher verbreiteten Reihengaragen kann man hier finden.

Generell habe ich zwar den Eindruck, dass die meisten Litauer etwas zurückhaltender als  die Polen fahren,  aber es gibt heftige Ausreißer.

Jetzt kann ichs ja sagen, die vierzig Kilometer vor Silute werden der Horror. Bald höre ich auf, die gefährlichen Szenen zu zählen. Meistens sind es Fernfahrer aus Litauen oder Russland,  die ohne Sicherheitsabstand überholen oder mir auf meiner Fahrspur beim Überholen entgegen kommen,  manchmal auch Pkw-Fahrer.
Es ist ein Graus, leider zeigt meine Karte keine Alternative.

Zum Glück ist der Albtraum hinter Silute zu Ende.

Jetzt kommt eine ruhige Straße zur Binnenseite des Kurischen Haffs.
Dort habe ich mir einen Campingplatz in Vente ausgesucht, von dem eine Fähre nach Nida auf der Nehrung fahren soll.

Mein Plan ist, dass ich von Nida aus die Kurische Nehrung bis Klaipeda fahre. Leider fand ich im Internet keine Bestätigung,  dass der Campingplatz noch existiert und die Fähre noch fährt.
Aber ich habe richtig Glück, nehme einen Bungalow auf dem Campingplatz und erfahre, dass die Fähre an allen Tagen ausser Montag verkehrt.  Jetzt habe ich ein Ticket und freue mich auf morgen.
Heute abend habe ich noch zwei Österreicher kennengelernt,  die eine Senioren-Fahrradfahrergruppe aus Hamburg betreuen und mit mir morgen übersetzen.

Zum Schluss habe ich noch einen traumhaften Sonnenuntergang erlebt.

Die Schlussetappe war127 km lang. Morgen werden es zum Austrudeln auf der Kurischen Nehrung nochmal ca. 60 km bis Klaipeda. 

Leider hat mich der Provider vorläufig vom Datennetz getrennt,  so dass ich mein Tagebuch erst jetzt aktualisieren kann.

3 Kommentare:

  1. Na, dann grüße mal olle Thommy Mann und genieße den italienischen Blick übers Haff von Nidden von seinem Haus aus. Wa?
    Gote

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  2. Das hast Du wirklich allles geschaft . Alle Achtung, dann scheint für Dich morgen wieder die Sonne.Ich glaube es hat morgen sogar jemand Geburtstsg.(Natürlich die Babuschka, mein Söhnchen!!!)

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