Donnerstag, 15. August 2013

Nach Polen

Nach einem üppigen Frühstück ging es heute Richtung Polen.  Das Wetter war schön und so fuhr es sich sehr angenehm durch ländliche Regionen bis zur Oder. In südlicher Richtung mit leichter Windunterstützung gings zügig nach Küstrin. Unterwegs wollte ich mal kurz die herrlichen Oderauen mit Kranichen, Störchen und Gänsen aller Art fotografieren. Durch den starken Wind fiel mein Fahrrad um. Nach ca. fünf Kilometern merkte ich erst, dass ich dabei den Rückspiegel verloren hatte. Den musste ich wieder haben! Also zurück. Unterwegs, bei Gegenwind,  wurde mir klar, dass ich schon alle Maßstäbe für Zeit und Entfernung verloren hatte. Nur mit den Geokoordinaten des Fotos fand ich dann die Stelle und den Spiegel wieder. Welch Glücksgefühl! Das war eine Stunde und 10 km wert.
In Küstrin gings über die Grenze und erstmal durch die Reste der Festung und anschließend durch eine Ansammlung von Tankstellen, Sexshops, Wechselstuben und merkwürdigen Hotels. Das wars dann auch.
Auf den nächsten Kilometer lernte ich die Fahrweise der polnischen Autofahrer kennen - hohes Tempo ind knappes Überholen mit Risiko, vor allem für mich. Deshalb habe ich lieber das Licht angemacht anstatt das Smartphone zu laden. Danach wurde es auf den Nebenstraßen wesentlich ruhiger.
Dort habe ich auch das Haus mit dem blauen Dach gesehen.
Nachdem ich in Sulecin endlich einen Geldautomaten anzapfen konnte, war auch dass kaum noch bekannte Geldproblem behoben und ich beschloss um 16.30 noch bis Lubniewice zu fahren.
Nach einigem Suchen fand ich auch dort ein Zimmer und war essen - alles zusammen für umgerechnet  18 €.
Kleiner Nachtrag zum Zimmer: erst dreht ein Polenpärchen das Radio bis zum Anschlag auf, dann kommt eine Horde Italiener und übertönt alle. Die Wände sind sehr dünn und Ohropax hat nicht viel genutzt.
Werde hoffentlich morgen was Besseres finden.  Das ist nicht so leicht, weil die Übernachtungsmöglichkeiten kaum beworben werden.
Ansonsten kann man sich mit Englisch und Deutsch problemlos verständigen.
Heute bin ich 121 km brutto gefahren, nach Abzug von 10 "Spiegelkilometern" bleiben 111 km übrig. 





1 Kommentar:

  1. Ich kann gut lachen bei Deinem Erzählstil. Gruß Gertchen Export

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