Der Tag fängt gut an. In der Nacht bin ich aufgewacht und mir ist eingefallen, dass irgendwas mit der Zeit war ...
Tatsächlich habe ich mit dem Fahrrad die Zeitzone gewechselt. In Litauen ist es eine Stunde später als in Deutschland. Deshalb habe ich dann doch das Frühstück am Campingplatz genommen, dass es ab 8 Uhr gibt - in Deutschland also 7 Uhr.
Gleich gibt's noch ne Überraschung - das dunkle und das helle Brot sind mit Kümmel gebacken - bißchen gewöhnungsbedürftig. Habe ich eben länger dran gekaut als üblich.
Tatsächlich habe ich mit dem Fahrrad die Zeitzone gewechselt. In Litauen ist es eine Stunde später als in Deutschland. Deshalb habe ich dann doch das Frühstück am Campingplatz genommen, dass es ab 8 Uhr gibt - in Deutschland also 7 Uhr.
Gleich gibt's noch ne Überraschung - das dunkle und das helle Brot sind mit Kümmel gebacken - bißchen gewöhnungsbedürftig. Habe ich eben länger dran gekaut als üblich.
Der Morgen war wunderbar und sonnig. Auch die meisten Litauer lagen wohl noch in den Federn. Jedenfalls gings auf den glatten Straßen sehr ruhig zu und ich konnte mich mutterseelenallein von einem zum anderen Hügel quelen, wobei der Gegenwind immer stärker wurde.
Noch hatte ich nur wenige Litas in der Tasche und brauchte aber noch was zu essen und zu trinken für unterwegs.
Noch hatte ich nur wenige Litas in der Tasche und brauchte aber noch was zu essen und zu trinken für unterwegs.
Als ich durch ein kleines Dorf kam, es war kurz vor Zehn, strömten gerade die Einwohner zur Kirche. Aus der Kirche, wahrscheinlich auch über Lautsprecher übertragen, kam ein wirklich wunderschöner liturgischer Gesang. Ich musste einfach stehen bleiben und zuhören.
Gesang.MP3
Gesang.MP3
Im nächsten größeren Ort, Kybartai, suchte ich nach dem Stadtzentrum, konnte aber keins finden, weil es keins gab. Immerhin stand an der wichtigsten Kreuzung eine Art Supermarkt und an der Aussenwand hing der Bankomat. So lies sich praktischerweise Geld holen und ausgeben gleich miteinander verbinden.
Die hügelige Straße wurde immer ebener, aber leider verschwand auch der Wald und ich musste inmitten von Feldern gegen den Wind ankämpfen. Dabei stellte ich fest, dass es die Litauer mit dem Grüßen ebenso wenig haben wie die Polen.
Letztendlich habe ich mich nach Jurbarkas durchgeschlagen und ein elendes, aus Sowjetzeiten hinüber gerettetes Hotel bezogen. Das Hotel hat sich auf die fünfte und sechste Etage zurück gezogen, die Zimmertür klemmt und lässt sich nur mit viel Überredung abschließen. Wenn der Fahrstuhl im Erdgeschoss ruckartig hält, ist man zwei Zentimeter kleiner. Ein Restaurant gibt es nicht.
Nach dem Duschen ging ich die Hauptstraße von Jurbarkas entlang, um irgendwo was zu Essen aufzutreiben. Schließlich fand ich ein Restaurant, ich bestellte mir Bier und was chinesisches zu Essen, nachdem die Kellnerin mir erklärt hatte, dass es so richtiges litauisches Essen ausser Borschtsche (!) nicht gäbe.
Gerade hatte ich mein Bier bekommen, da schaut sichein Mann nach einem Platz um, dem ich schon bei der Ankunft in Jurbarkas kurz begegnet war. Wir waren beide offensichtlich Fremde und hatten uns zugenickt.
Wir erkannten uns wieder und er fragte gleich auf englisch: warst du das nicht vorhin mit dem Fahrrad?
Wir waren beide froh, nicht allein rumsitzen zu müssen und haben den ganzen Abend verquatscht.
Er heißt Brian, ist Allgemeinmediziner, kommt aus Connecticut und ist auf den Spuren seiner deutschen Vorfahren in Litauen unterwegs.
Auf dem Rückweg lud ich ihn noch ein, mein Zimmer zu besichtigen. Er fand es sehr amüsant, zumal er das Hotel nach dem ersten Eindruck im Eingangsbereich fluchtartig verlassen hatte.
Durch diese Begegnung wurde der Abend in der tristen Stadt doch noch sehr nett.
Heute waren es übrigens 102 km. Ob es morgen wieder deutlich weniger oder deutlich mehr werden, lass ich mal den Wind entscheiden ...
Nun gebe ich mir ein ganzes Wochenende Mühe, euren Informatinshunger zu befriedigen, und dann gibt's null Reaktion. Toll! Ist ja sowieso bald zu Ende.
AntwortenLöschenTrinken ist natürlich,wenn es das richtige ist, noch besser.Man nennt es auch das flüssige Brot.Und einfach vor dem nächsten Berg ablassen,danach sofort wieder auftanken.Die notwendigen Mengen kennst Du ja. Butt-uwe
AntwortenLöschenUnd was meinte ihr mit "die Litauer mit dem Grüßen ebenso wenig haben wie die Polen"?
AntwortenLöschenDamit meinte ich, dass sich unbekannte Leute auf einsamen Straßen hier ebensowenig grüßen wie in Polen. .
LöschenManchmal wird man regelrecht angestarrt und manchmal demonstrativ weggesehen. Mir kommt s so vor, als ob ihnen das Gegrüße der Touristen auf die Nerven geht.
Das Hotel erinnert mich an meinen Urlaub. Ich nannte es nur "Titos-letzte Rache". Gruß AW-Expert
AntwortenLöschenIch glaube, man uns mal so genannte Zeppelini vorgesetzt als litauische Spezialität. Gefüllte Nudeln in Luftschiffform. oder war das in Lettland? Hm ...
AntwortenLöschenGote