Dienstag, 20. August 2013

Heute wirklich Elblag

Wenig überraschend hat es heute Nacht angefangen zu regnen. So wird es auch immer wieder kräftige Schauer geben. Auf den Wetterbericht ist eben Verlass. Leider fällt damit die Bootsfahrt auf dem Oberländischen Kanal ins Wasser, die der freundliche Herr an der Rezeption für mich organisieren wollte. Aber das ist nicht so schlimm, weil der spektakuläre Teil des Kanals, an dem die Schiffe über Land gezogen werden, sowieso zur Zeit rekonstruiert wird.

Also habe ich Zeit, mir die Stadt anzusehen und mal wieder Wäsche zu waschen.

Zur Wäsche gibt's nichts zu erzählen, aber über die Stadt. Als ich ankam, musste ich auf einer stark befahrenen Straße erst mal durch ein großes Industriegebiet.

Anschließend begann die Altstadt, wobei der Begriff nicht ganz korrekt ist, denn die übergroße Zahl der alten Häuser wurde im 2. Weltkrieg zerstört. Stehen geblieben ist das alte Postamt.  Viele Häuser sind inzwischen wieder aufgebaut bzw. durch Neubauten ersetzt worden. Das ist meiner Meinung nach meistens gut gelungen, jedenfalls besser, als das, was in der DDR in solchen Fällen entstanden ist. Allerdings gibt es in Elblag (Elblong gesprochen), wie auch in anderen polnischen Orten diese eigenartige Mischung von Schönem und Unvollendetem, manchmal gibt's große verwilderte Flächen mitten in den Orten.

Heute leben 120.000 Menschen hier, natürlich vorwiegend in neuer Stadtvierteln. Wie bisher überall auf meiner Tour kommt man hier mit Englisch sehr gut zurecht. Speisekarten sind eigentlich immer auch in deutscher Sprache verfügbar.

In der Altstadt herrscht die Gastronomie, in der Neustadt hat der Handel eine beeindruckende Anzahl von Damenbekleidungsläden hervor gebracht. Allerdings meistens sehr klein. Ein Kaufhaus habe ich nicht gesehen. 

Elblag hat mehrere Straßenbahnlinien, auf denen die guten alten Tatrabahnen und sehr modere Wagen verkehren - genau wie bei uns. 

Mein Fahrrad steht direkt neben der Hotelrezeption. Bisher gab es kein Problem mit der Unterbringung. Mehrmals stand es schon in Abstellräumen, Bügel- oder Billardzimmern.
Heute war ich bei Rossmann, den gibts hier ebenso wie Kaufland, Lidl oder Hunde-Netto.
Kleiner Schock - zwei Wahlmänner patrouillierten durch die Gänge, ein weiterer checkte die Überwachungskameras.
Haben Lewandowskis doch recht? 
Als ich sagte, dass viele Deutsche die Polen nur als Handwerker oder Diebe wahrnehmen, lachten sie: "Das denken viele Polen auch!".

In den letzten Tagen bin ich übrigens doch noch mehreren Reiseradlern begegnet, alle fuhren in der "falschen" Richtung. Zumindest haben wir uns euphorisch gegrüßt. 

Ungefähr drei Kilometer vor Malbork kam mir ein kräftiger Mann mit der Statur von AxMü zu Fuß entgegen und grüßte überraschend freundlich. Als ich scho an ihm vorbei war, rief er mir etwasauf polnisch nach. Ich dachte, er wollte wissen, wo ich hherkomme oder mir etwas zum Weg sagen. Dann fragte er mich auf englisch,  was meine Fahrradtaschen kosten würden. Nachdem ich im den ungefähren Preis gesagt hatte,  bedankte er sich höflich und zog von dannen???

Vielleicht noch etwas zum Verbrauch. Ich benötige 3 Liter Wasser und 1 Liter Bier auf 100 km, den CO2-Ausstoß habe ich bisher noch nicht gemessen. Das Bier gibt's aber immer erst am Ziel,  es gehört also eigentlich nicht mehr in die Rechnung. Unterwegs esse ich Brot, am liebsten "Mexikanski" und dazu eine feste Salami aus der Uckermark, die leider langsam zur Neige geht. 

Heute gab's hinter den Regenwolken noch ein bisschen Abendrot, der Wetterbericht verspricht auch nahezu trockenes Wetter. Also gute Bedingungen für den Weg nach Lidzbark Warminski.

4 Kommentare:

  1. Toll! Und das auch! Super toll. Fetzig! Boah! Aber: Was ist ein AxMü???
    Gote

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  2. Mensch,rasiere dich bloß,so hast du doch keine Chancen
    bei den schönen Polinnen.
    Grüsse von K und W aus Rostock

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    1. Von wegen "der Polin Reiz ist inerreicht" , das ist lange her, vielleicht bin ich auch nur in der falschen Gegend unterwegs.
      Wenn sie nicht mehr als 50 kg Übergewicht mit sich rumschleppen, sind deutsche Frauen mindestens genauso schön. Solange mir der Bart nicht on die Kette geraten kann, kann er weiter wachsen!

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