Sonntag, 18. August 2013

Die Marienburg ruft

Trotz des morgendlichen Instantkaffees hatte ich mir heute viel vorgenommen: ich wollte Kwidzyn erreichen, gut 120 km von Koronowo entfernt. Der Wetterbericht vermutete 30 Grad, erst bedeckt,  dann sonnig, und er lag richtig. 

Nach kurzer Fahrt kam schon die erste Rumpelpiste, leider bergab, dabei hatte ich mich beim Hochfahren auf eine rasante Abfahrt gefreut (siehe Foto).

Dank meines geretteten Spiegels sehe ich wenigsten, dass ein Auto von hinten kommt und kann rechtzeitig auf den fast unbefahrbaren Randstreifen ausweichen. 

DIE ZEHN KILOMETER ZUSÄTZLICH WAREN ALSO NICHT UMSONST!

Etwas später sah ich im Rückspiegel zwei rote Punkte, die langsam näher kamen. Als ich vom Deich aus einen ersten Blick auf die Weichsel nahm, stellten sich die Punkte als Frau Lewandowska und Herr Lewandowski heraus, die eine Fahrradtour von Bydgoszcz nach Chelmno machten.

Einige Leute vermuteten übrigens, dass sie die Eltern des bekannten Fußballspielers Robert Lewandowski sind. Sie erzählten mir, dass in Polen auf Deichen keine Fahrradwege gebaut werden dürfen.  Dazu muss erst ein Gesetz geändert werden. Es ist natürlich schade, wenn man im Schatten des Deiches fahren muss und diesen majestätischen Fluss nicht sehen kann. 

Wir waren auch einer Meinung, dass Polen nicht gerade fahrradfreundlich ist.

Sie empfahlen mir noch, die Altstadt von Chelmno zu besichtigen, dannging getrennt weiter. 

Unterwegs ärgerte ich mich schon, dass wir nicht wenigstens ein Foto gemacht haben. 

Ich fuhr also Richtung Chelmno, und da waren sie wieder. Natürlich liegt die Altstadt auf einem Berg, so dass ich beim gemeinsamen Bergauffahren viel Energie gelassen habe. Wir drehten noch eine Runde durch die Altstadt, dann musste ich leider aus Zeitgründen auf eine gemeinsame Tasse Kaffee verzichten und weiterradeln.

Bei Grudziadz war dann endlich mal die Weichsel wieder richtig zu sehen, zusammen mit der schönen Brücke.

Auffällig war, wie schon an den letzten Tagen, die erheblichen Unterschiede zwischen den Dörfern. Manche sind herausgeputzt, dass zu einem bayerischen Dorf nur noch die Geranien fehlen, andere sehen jämmerlich aus. 

Zwischen Grudziadz und Kwidzyn wird Fidel Castro Konkurrenz gemacht und Tabak angebaut, denen geht es scheinbar recht gut. 

Meine Energie ging langsam zur Neige, weil ich in Chelmno meine Kraft am Berg verpulvert habe und weil ich auf die MMittagspause verzichtet habe (es gab einfach keinen vernünftigen Platz am Wegesrand, um Wurst und Brot auszupacken).

Und dann kommt Kwidzyn,  und das liegt aufm Berg!!!

Immerhin, es ist geschafft. Die heutige Tour war 129 km lang - und alles nur, damit ich mir morgen etwas Zeit für die Marienburg (Malbork) nehmen kann.

Vielleicht kann ich dann endlich mal eure Kommentare beantworten, bei zehn Stunden Fahrradfahren, Quartiersuche, Essen, Trinken und Blog schreiben schaffe ich das nicht.  Bitte verzeiht mir. 



6 Kommentare:

  1. Trotz aller Widrigkeiten beneide ich Dich um das Abenteuer! Gote

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  2. Du wolltest doch nach Paris-Dakkar/Potsdam ab und zu zelten? Ist so etwas in Polen möglich ?
    AG

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  3. Falls Du nicht mehr kannst und die Radwege zu eng und zu steil werden, nimm Dir einen Esel. Damit fällst Du dann bestimmt auch nicht so auf quer durch Polen. Nettielsche

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  4. So,der Infostau ist abgelesen,mich treibt es jetzt
    2 Tage nach Dresden, um danach wieder die Fortsetzungen
    zu lesen.Bis dahin trete du ruhig weiter auf die polnischen Radwege.
    Übrigens finde ich nach den afrikanischen Bergen das Radfahren
    viel entspannter.Bleib gesund und munter,
    Karina und Werner

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  5. Inzwischen sind schon unzählige Zeilen im Nirvana verschwunden, weil mein Browser nicht mitspielt und icb in der Blogger-Apl ne Lupe braucb.

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    1. Also jetzt mit Lupe.

      Ja, ich freue mich auch jeden Tag, dass ich die Sonne sehen kann und sie nicht als Belästigung empfinden muss. Dabei ein paar Tage was Neues zu erleben ist schon sehr schön.

      Zelten kann man auf einigen Plätzen, allerdings habe ich das Zelt mehr zur Sicherheit mit. In meinem hohen Alter ist es schon etwas beschwerlich

      Mit Esel würde man noch mehr auffallen. Wenn ich die Blicke der Dorfbewohner richtig deute, dann halten sie ja schon mich für den Esel.

      Ich bin mir nicht sicher ob ich in sieben Jahren auch meinen Geburtstag auf dem Kilimandscharo feiern kann. Hut ab vor euch Beiden!

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